Führhund
Galvanisation

 

 

    Die Elektrodenanlage


    Der Gleichstrom wird mittels Elektroden in den Körper eingebracht, dabei durchdringt er, als erstes die Haut.
    Die Haut ist vor Verätzung und Verbrennung durch eine ca. 1 cm dicke Schwammunterlage zu schützen.

Elektrode

 

Die Schwammunterlage sollte ca. 1 cm größer als 
die Elektrode sein, 
Die Elektrode darf die Haut nicht berühren.

 

 

 

    Quer1. Die Querdurchflutung

 

 

  • die Elektroden liegen sich gegenüber
  • der Strom fließt quer durch den Körper
  • es entsteht die größte Tiefenwirkung
  • sie ist immer anzustreben

 

     

     

    2. Die Längsdurchflutung

längs

 

 

  • die Elektroden liegen nebeneinander
  • der Strom fließt nur nahe der Oberfläche
  • die Wirkung ist nur Oberflächlich

 

 

 

    diagonal3. Die Diagonaldurchflutung

 

 

  • nimmt eine Stellung zwischen Längs-  u. Querdurchflutung ein

 

 

 

    Die Hauptwirkungen der Galvanisation

    Eine Galvanisation ist eine Behandlung mit Gleichstrom.

    Grundsätzlich kann die Wirkung der Galvanisation in zwei Bereiche eingeteilt werden:

  • die Wirkung im Bereich der Elektroden
  • die Wirkung zwischen den Elektroden, im Behandlungsgebiet

 

    Die Wirkung im Bereich der Elektroden

    1.Die Wirkung im Bereich der Anode - Anelektrotonus

    Im Bereich der Anode wird das Ruhemembranpotential ᅠ(RMP) von - 80 mV  auf -120 mV erhöht, da die Anzahl der K+  Ionen an der Zellmembran zunimmt.

    Die Zelle wird dadurch schwerer erregbar und die Reizweiterleitung nimmt ab.

    Im Bereich der Anode tritt eine dämpfende, schmerzlindernde Wirkung auf.

     

    2.Die Wirkung im Bereich der Kathode - Kathelektrotonus

    Im Bereich der Kathode wird das Ruhemembranpotential   (RMP)   von - 80 mV  auf -65 m V verringert, da die Anzahl der K+  Ionen an der Zellmembran abnimmt.

    Die Zelle wird dadurch leichter erregbar und die Reizweiterleitung wird beschleunigt.

    Im Bereich der Kathode tritt eine anregende, schmerzfördernde Wirkung auf.

     

    Die Wirkung zwischen den Elektroden, im Behandlungsgebiet

    Durch das Anlegen einer Gleichspannung wird das Ionenmilieu im Körper verändert. In unserer Körperflüssigkeit befindet sich ein großer Anteil von gelöstem NaCl.  Die Ionen wandern zu den elektrischen Polen ( siehe Der elektrische Stromfluss in lFüssigkeiten) treten durch die Haut aus und gehen dem Körper verloren.

    Im gesamten Behandlungsgebiet kommt es zu einer reaktiven Hyperämie, nach einer kurzen Vasokonstriktion kommt es zu einer lang anhaltenden Vasodilatation.

    Durch diese Mehrdurchblutung versucht der Körper das alte Ionenmilieu wieder herzustellen.

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    Die Dosierung

    Die subjektive Dosierung

    Eine subjektive Dosierung erfordert ein intaktes Empfindungsvermögen des Patienten.

    Die Dosierung richtet sich nach dem empfinden des Patienten, kribbeln und ein leichtes Wärmeempfinden ist erwünscht.

     

    Die Dosierungsstufen:

  • sensibel unterschwellig; der Patient hat kein Stromgefühl
  • sensibel schwellig; der Patient hat ein leichtes Stromgefühl
  • sensibel überschwellig; der Patient hat ein starkes Stromgefühl
  •  

    Die objektive Dosierung

    Ist das Empfindungsvermögen des Patienten gestört, legt der Therapeut die Dosis fest.

    Die Intensität des Stromes wird anhand der Elektrodengröße ermittelt

  • je cm2  Plattenfläche minimal 0,05 mA
  • je cm2  Plattenfläche maximal 0,2 mA
  •  

    Beispiel:

    Eine Elektrode mit einer Länge von 10 cm und einer Breite von 5 cm hat eine Fläche (Länge × Breite) von 50 cm2. Daraus ergibt sich:

    eine minimale Stromstärke von 50 cm2  × 0.05 mA =  2,5 mA

    eine maximale Stromstärke von 50 cm2 ×0,2 mA =  10 mA

 

 

    Die Behandlungszeit

    Die Behandlungsdauer:

  • kurz     3-  6 Minuten
  • mittel   6-12 Minuten
  • lang   12-25 Minuten
  •  

    Das Behandlungsintervall:

  • kurz      täglich
  • mittel    3 X pro Woche
  • lang      2 X pro Woche

 

    Es gilt der Grundsatz:

  • je akuter eine Erkrankung ist desto kürzer die Behandlungszeit und geringer die Intensität des Stromes
  • bei einem chronischen Verlauf, eine längere Behandlungszeit und eine höhere Stromdosis anwenden.

 

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    Die Nekrosen Gefahr

    Eine Nekrose entsteht durch den Zell tot. Es entstehen sehr schlecht heilende Wunden.

    Nekrosen entstehen durch:

  • eine zu lange Behandlung
  • eine zu hohe Dosis (Intensität)
  • eine falsche Elektrodenanlage, Elektrode berührt die Haut

 

    Die Koagulationsnekrose

    Durch die Elektrolyse entsteht unter der Anode:

  • Salzsäure
  • Sauerstoff.
  •  

    Durch die Verätzung der Haut entsteht eine feste, trockene Wunde.

 

    Die Kolliquationsnekrose

    Durch die Elektrolyse entsteht unter der Kathode:

  • Natronlauge
  • Wasserstoff
  •  

     Durch die Verätzung der Haut entsteht eine Wunde mit milchig, flüssigem Schorf.

    Um eine Verätzung der Haut zu vermeiden, ist eine dicke Schwammunterlage erforderlich. Diese soll die entstehende Säure bzw. Lauge aufnehmen und von der Haut fernhalten. (sieheᅠElektrodenanlage)

 

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    Die Schwämme sind vor und nach der  Behandlung auszuwaschen, um alle Elektrolyseprodukte zu   entfernen.

    Eingerissene Schwämme dürfen nicht wieder  Verwendet werden!

     

     


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    Die Indikationen, Kontraindikationen

    Allgemeine Kontraindikationen

    Befinden sich im Behandlungsgebiet:

  • Metallimplantate
  • offene Wunden, Hautdefekte
  • Entzündungen

 

 

    Die Indikationen

    Die Indikationen ergeben sich aus den Hautwirkungen der Galvanisation.

  • zur Schmerzlinderung, Anode auf den Schmerzpunkt
  • bei Durchblutungsstörungen
  • zum Anregen der Nerventätigkeit z.B. Initialbehandlung
  •  

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    Eventuell auftretende Nebenwirkungen

    Bei Behandlungen im Gesicht, des Halses oder des oberen Thoraxbereiches kann es zu  einem metallischen Geschmack kommen. Dieser so genannte „Galvanische Geschmack“ entsteht durch die Erregung der Geschmacksnerven.

    Besonders bei Behandlungen im Gesicht, kann der Sehnerv mit gereizt werden. Es entstehen  Augenflimmern  oder farbige Blitze.

    Diese Symptome sind ungefährlich, jedoch sollte die Intensität verringert werden, um die sensible Belastung des Patienten, so gering wie möglich zu halten

 

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