blind
Harninkontinenz

 

 

    Die Formen der Harninkontinenz

    Es gibt mehrere Formen von Harninkontinenz. Besonders häufig sind Drang-und Stressinkontinenz , sowie eine Mischform dieser beiden.

     

    Die Dranginkontinenz,

    das Syndrom der überaktiven Blasenmuskulatur. Bei der Dranginkontinenz ist der Verschluss Mechanismus von Blase und Harnröhre meist voll funktionsfähig. Häufig kommt es zu Austreibbewegungen der Blase, die willentlich nicht unterdrückt werden können. Betroffene haben oft einen so ausgeprägten Harndrang, dass es bereits auf dem Weg zur Toilette zum Harnverlust kommt. Besondere Bedeutung hat die Dranginkontinenz im fortgeschrittenen Alter, weil sie dann am häufigsten vorkommt.

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    Die Stress- bzw. Belastungsinkontinenz

    Bei der Stress Inkontinenz sind die zum Verschluss Mechanismus gehörenden Muskelgruppen nicht mehr voll funktionsfähig. Bei Druckerhöhungen (z. B. durch Niesen, Husten, Lachen oder körperlicher Anstrengung) kommt es auch ohne Harndrang zu Urinverlusten. Ursache ist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, die z. B. durch Bindegewebsschwäche, Geburten oder Prostataoperationen hervorgerufen werden kann. Die Belastungsinkontinenz ist die vorherrschende Inkontinenzform bei jüngeren Frauen.

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    Die Mischinkontinenz  

    Bei einer Mischform aus Strass- und Dranginkontinenz liegt sowohl eine Schwäche des Schließmuskelsystems als auch ein überaktiver Blasenmuskel vor.

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    Die Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur

     

    Der Wirkungsmechanismus

    Es wird angenommen, dass die Elektrostimulation eine Normalisierung des Reflexmusters des Schließmuskels (Sphinkter) bewirkt. Daher kann die Elektrostimulation bei Drang- u. Belastungsinkontinenz eingesetzt werden. Die positive Wirkung bei Belastungsinkontinenz wird erklärt durch die Verbesserung der Verschlussfunktion des Beckenbodens, durch die Aktivitätszunahme der Haltemuskulatur und deren Stärkung.

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    Die Behandlung mit AMF

    Der mittelfrequente Basisstrom sollte eine Frequenz von 8000 Hz haben, da der zu Behandelnde Bereich sehr empfindlich ist!

    Der niederfrequente Wirkungsmechanismus beträgt 50 Hz.

    Dieser Strom, mit MF-Charakter, erzeugt eine motorische Reaktion der Beckenbodenmuskulatur. Er wird geschwellt angewendet!

    Je stärker die Inkontinenz desto niedriger die Frequenz!

    Bei einer starken Inkontinenz wird die Behandlung mit Frequenzen von 20 bis 35 Hz begonnen. Erst wenn die Muskulatur gut auf diese Frequenz reagiert, ist sie auf 50 Hz zu erhöhen.

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    Die Elektrodenanlage

    Besonders gute Ergebnisse werden mit einer zweikanaligen Elektrodenanlage erzielt! Ein Elektrodenpaar  wird in Höhe der Symphyse, das andere mediodorsal, unterhalb der Leistenbeuge, an den Oberschenkeln platziert. 

Inkontinenz_AMFBehandlung zweikanalig mit

AMF 8000Hz/50Hz

Strom 1 – blau,

Strom 2 -  rot,   

Beide Ströme

kreuzen sich nicht!

 

    Trainingsintervall:

    10 s Kontraktion, 20 s Pause; 3-mal täglich 20 Min.

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    Die Dosierung

    Die Intensität der Ströme ist solange zu erhöhen, bis der Patient eine deutliche Anspannung der Muskulatur spürt.

    Nur ein starkes kribbeln reicht nicht aus!

    Beruhigen Sie den Patienten, auch bei hoher Dosierung, besteht nur eine sehr geringe Nekrosengefahr (Intensitäten über 40 mA sind keine Seltenheit!).

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    Die Behandlung mit EMS

    Bei der häuslichen Behandlung mit zweikanaligen EMS Geräten gelten dieselben Richtlinien, wie für die Behandlung mit AMF. Hier werden jedoch niederfrequente asymmetrische Stromimpulse, zwischen 20 und 50 Hz verwendet.

     

    Beachten Sie die veränderte Elektrodenanlage!

     

Inkontinenz_EMSBehandlung zweikanalig mit

EMS 50 Hz

Strom 1 – linke Seite

Strom 2 – rechte Seite

Beide Ströme

kreuzen sich nicht!

 

     

    Trainingsintervall:

    10 s Kontraktion, 20 s Pause; 3-mal täglich 20 Min.

     

an793Für vollkommen veraltet, halte ich die Stimulation der Beckenbodenmuskulatur mit  dem Neofaradischem Schwellstrom.

 Hierbei entsteht eine hohe sensible Belastung, mit einer erheblichen Nekrosengefahr,  für den Patienten!

 

 

    Die Elektrostimulation mit Hilfe einer Vaginal- oder Rektalsonde,

    ist vergleichsweise einfach und kann daher leicht im häuslichen Bereich durchgeführt werden. Zur Anwendung wird eine Vaginalsonde, vollständig in die Scheide oder eine Rektalsonde in den After eingeführt. Der Betroffene braucht selbst nichts zu tun, denn durch die Stromimpulse,  werden die Beckenbodenmuskeln automatisch angespannt.

 

    Die Dosierung

    Die Intensität der Ströme ist solange zu erhöhen, bis der Patient eine deutliche Anspannung der Muskulatur spürt.

    Nur ein starkes kribbeln reicht nicht aus!

    Beruhigen Sie den Patienten, auch bei hoher Dosierung, besteht nur eine sehr geringe Nekrosengefahr.

    Dabei werden oft Frequenzen im Bereich von 20Hz bis 50Hz verwendet, die Impulsdauer liegt bei 10 s und die Pausenzeit bei etwa 20 s.

    Die Behandlungszeit sollte etwa 30 Minuten, pro Behandlung betragen.

    Bei regelmäßiger Anwendung 2x30 Minuten pro Tag werden nach etwa 6 Monaten häufig Erfolgsraten von fast 90% erzielt. Um eine dauerhafte Besserung zu erzielen, sollte die Stimulation auch nach Beendigung der Behandlung fortgesetzt werden.

     

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    Beckenbodentraining

    Diese Therapieform ist für Betroffene jeden Alters und Geschlechts geeignet. Ziel der gymnastischen Übungen ist es, den gesamten Muskelapparat des Beckenbodens zu kräftigen und so den Blasenschliessmuskel wieder zu stärken. Beckenbodenübungen erfordern Geduld und Ausdauer. Dennoch lohnt sich die Mühe, regelmäßig diese einfachen Übungen durchzuführen. Vor allem nach Operationen im kleinen Becken, im Bereich der Schließmuskeln oder nach einer Geburt liegen hier Abschwächungen der Verschluss Kraft vor. Vielen Menschen ist bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, dass diese Muskelgruppen willkürlich angespannt werden können.Die einzelnen Übungen müssen abhängig von Alter und Beweglichkeit des Betroffenen, mit Hilfe eines ausgebildeten Physiotherapeuten, erlernt werden.

     

    zurück zum Inhalt                                                 ©Harald Freiholz